DAVIS SUHAREVSKIS

Das sind DIE Zellen des Millenniums. Jeder hat von ihnen gehört, aber wir möchten noch mehr darüber erfahren. Begib dich auf eine Bildungsreise in die Welt der pluripotenten Zellen!

Lebende, atmende und sogar Photosynthese durchführende Kallusse einer Stammzelle

Stell dir einen Zweig eines Baumes oder besser – die Spitze des Basilikumstrauchs, den du für frisches Pesto anbaust, auf deinem Fensterbrett vor. Stell dir jetzt einen Schnitt am Finger vor (den du, während du Pesto vorbereitet hast, bekommen hast). Was haben diese Dinge gemeinsam? Den Prozess der Heilung, des Wachstums und der Regeneration, der von einer wunderbaren, dennoch mysteriösen Gruppe von Zellen, STAMMZELLENgenannt, abhängt.

Kleinere Baby-Kallusse, die groß und grün werden

IN DIR – SOWIE AUCH IN ANDEREN SCHÖNEN TIEREN:

Wir können sagen, dass Stammzellen die „Jünglinge“ Nr. 1 unter den Zellen sind und wie ein jeder junger Mensch keine Ahnung haben, was sie im Leben tun sollen: eine Stammzelle hat keinen endgültigen Zweck, sie können sich vermehren, und das ist auch schon der Kern der Sache. Genauso wie junge Menschen haben auch diese Zellen ein enormes Potenzial und Verantwortung. Bei Tieren sind Stammzellen die universellen Bausteine, die sämtliche unsere Zelltypen erzeugen, man findet sie in Pupillen, Knochenmark, Haut, fast überall eigentlich. Diese nennt man adulte Stammzellen, und sie können jeweils nur eine einzige Art von anderen Zellen erzeugen: Nervenzellen, Hautzellen und so weiter. Immer, wenn wir eine Wunde bekommen – wie eben die Schnittwunde während der Zubereitung von Pesto –, versammeln sich diese adulte Stammzellen zum Heilungsteam, das das Gewebe dazu bringt, schöne und gesunde Haut zu bilden. Außerdem gibt es noch die embryonalen Stammzellen (diese findet man in der Blastozyste bereits ca. fünf Tage nach der Befruchtung). Diese werden pluripotente Stammzellen genannt, und sie bieten im wahrsten Sinne des Wortes das volle Paket, da sie sich zu einem vollständig funktionierenden Organismus entwickeln.

Sie leben in einem Inkubator bei schönen 26 °C

WAS IST MIT DEM BASILIKUM ODER JEDER ANDEREN PFLANZE?

Pflanzen haben es ziemlich gut; im Allgemeinen können wir davon ausgehen, dass jede Zelle in einer Pflanze eine Stammzelle ist. as bedeutet, dass es technisch möglich ist, eine Pflanze aus einer beliebigen Zelle ihrer gesamten Zellen zu regenerieren. Das ist genau der Grund, warum das Abreißen eines Blattes oder – sogar besser – des Gipfels der Pflanze nicht viel schädigt, sondern es ihr vielmehr ermöglicht, sich zu teilen und weiterzuleben. Es ist so wirksam, dass sich die Pflanzen auf diese Weise sogar vermehren können.

Jetzt, wo wir wissen, was sie sind, können wir auch die Vorteile herausfinden, die die pflanzlichen Stammzellen für unsere Haut parat haben. Als primäres Werkzeug für die Regeneration dient den pflanzlichen Stammzellen eine unglaubliche Vielzahl von bioaktiven und vorteilhaften Molekülen, mit denen sie vollgepackt sind. Mehrere Studien haben belegt, dass diese Verbindungen in extrahierter Form von der menschlichen Haut einfach nur geliebt werden. Nicht alle Mechanismen wurden bereits verstanden, aber die Auswirkungen sind offensichtlich.

WIR STELLEN VOR – DER GRÜNE NORDISCHE DRACHE!

Der Nordische Drachenkopf, aus Stammzellen im Labor gezüchtet

Der Nordische Drachenkopf wird in MÁDARA Gesichts- und Körperkosmetik mit LSF 30 verwendet

Dracocephalum ruyschiana bzw. der Nordische Drachenkopf ist eine rare Pflanze selbst in der wilden Natur von Lettland. Das ist der Grund, warum die Stammzelltechnologie solch ein (pflanzlicher) Lebensretter ist. Die Wissenschaftler an der Universität Lettlands zeigten uns das Wesentlichste über das Extrahieren der Stammzellen. Das beginnt mit einer in der wilden Natur genommenen Pflanzenprobe (ein bis zwei Blätter sind mehr als genug). Diese wird dann antimikrobiell behandelt (sie muss mehr als blitzblank sauber sein), danach in kleine Stücke geschnitten und anschließend in ein nährstoffreiches Habitat platziert. Hier hat sie die zum Wachsen benötigten Bedingungen, und eine spezielle Mischung aus Phytohormonen (Pflanzen haben Hormone genauso wie Tiere) verhindert ihre Differenzierung.

So werden also die schönen grünen Zellbildungen (wissenschaftlich Kallusse genannt) gemacht. Sie ähneln sich ihrem mütterlichen Organismus sehr und können wieder anfangen, sich zu differenzieren. Aus diesen Kallussen wird der Extrakt gewonnen. Was für ein Extrakt das ist! Es ist mit Flavonoiden und Polyphenolen vollgepackt, die als Antioxidantien bekannt sind, und durch Rosmarin- und Chlorogensäure ergänzt, die beide auch Antioxidantien sind sowie über entzündungshemmende Wirkung verfügen. Es regt auch die Synthese von neuem Kollagen an und wirkt als Inhibitor für Kollagen abbauende Enzyme.

Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Nicht nur bezüglich dieses Extrakts, sondern der Technologie insgesamt. Die Forscher im Stammzellenlabor experimentieren mit verschiedenen Methoden, den Wegen für den Anbau der Stammzellen und die Differenzierung der Pflanzenarten. Bleibe dran!